Spotify Analytics für Musiker vorgestellt

Der Musik-Streaming Anbieter Spotify hat eine neue Website für Artists eingerichtet. Zusammen mit Next Big Sound wird Künstlern nun mit Spotify Analytics ein Tool zur Verfügung gestellt, mit dem sich die Nutzung und Verbreitung der eigenen Songs auf Spotify tracken lässt. Das liefert einen Überblick über die Beliebtheit der eigenen Songs, über die Demographie der Fans und ihre regionale Verteilung, was z.B. bei der Tourplanung hilfreich sein kann. Darüberhinaus bringt Spotify endlich mehr Transparenz in das Geschäftsmodell und Ausschüttungsmodell des Unternehmens. Außerdem wurden Pläne angekündigt, Künstler künftig beim Verkauf von Merchandise über ihre Spotify-Profile zu unterstützen.

Die verschiedenen Neuerungen sind wohl auch als Reaktion auf die Kritik zu verstehen, der Spotify im Verlauf des Jahres von Musikerseite ausgesetzt war. Zwar rechnet Spotify vor, dass sogar für kleinere Nischen- und Indie-Alben 17.000 $ pro Monat ausgeschüttet werden sollen – allerdings erst, sobald 40 Millionen zahlende Abonnenten den Dienst nutzen (momentan 6-10 Millionen), was durch den Vorstoß in neue Märkte/Länder erreicht werden soll. Das bedeutet auf der anderen Seite aber auch, dass Spotify zwar ca. 70% aller Einnahmen an die Rechteinhaber ausschüttet. Das sind aktuell aber nur ca. $ 0,007 pro Stream, also um die $ 7 für 1.000 Streams eines Songs. Das scheint erstmal sehr wenig, liegt aber deutlich über dem, was ein Video-Stream Anbieter wie z.B. Youtube ausschüttet ($ 1,3 – 1,5 auf 1.000 Streams).

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Spotify Analytics: Formel für die Ausschüttung an Rechteinhaber

Es wird sich zeigen, ob Spotify damit die Kritiken entkräften und mehr Musiker und Rechteinhaber für die Plattform gewinnen kann. Außerdem bleibt es spannend zu beobachten, ob sich das Unternehmen überhaupt lange genug am Markt wird behaupten können, um die anvisierten Nutzerzahlen zu erreichen. Das Unternehmen hat zwar in der letzten Finanzierungsrunde $ 250 Mio. US-Dollar aufnehmen können, schreibt jedoch immer noch keine schwarzen Zahlen.

Ob das Ausschüttungsmodell von Spotify fair ist, bleibt ebenfalls diskutabel. Zu dem von Künstlerseite wahrgenommenen Mißverhältnissen tragen häufig sicherlich auch für die Künstler ungünstige Label- und Verwertungsverträge bei.

Was meint ihr dazu? Was haltet ihr von Spotify’s Ausschüttungs- und Geschäftsmodell?

Quellen / further reading:

http://www.spotifyartists.com/

http://www.theguardian.com/technology/2013/dec/03/spotify-analytics-musicians-streaming-music-artists-earn?CMP=twt_gu

http://www.musicweek.com/news/read/it-s-official-spotify-pays-out-between-0-007-per-stream/056928?utm_source=twitter&utm_medium=social&utm_content=2929907